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remember.

Remember, I will still be here

as long as you hold me

in your memory, remember me.

I am that one voice in the cold wind, that whispers,

and if you listen, you'll hear me call across the sky. [...] Remember, I'll never leave you, if you will only remember me.

("Remember" by Josh Groban)

 

"Du bist mein Lichtblick."
"... die einzige, die ihr Ding durchzieht."
"... weiß, dass das auch für dich nicht toll ist."

 

und jetzt: "*Tür aufknall* Und wann ziehst du aus!?"

und ich? Stella muss weg, und was ist mit mir? ich sehe es kommen, die schlagzeile, das urteil: "... nicht verkraftet, dass ihre Schwester ins Internat gekommen ist ... seit Stella nicht mehr da ist ..." - ist was? dann bin ich die nächste? ist mein leben, wenn auch etwas später, genauso verdorben und auf ewig geprägt wie das meiner schwester? kaum etwas wird so deutlich erlebt wie die teenager-jahre, und jetzt, jung für meine stufe und für mein alter, das hier? ich muss dringend weg, wo soll ich hin?
das vorwerfende, mich nur mit verletztende, scheinbar kühle, nur aus einem eigenen verletztsein resultierende fragen mit dem irren blick in den augen - kann ich nicht nicht ertragen.
wieso musste alles so schrecklich kommen? seit dem gespräch mit frau kohn letzten freitag wurde alles nur schlimm - ich war selbst aufgewühlt, die furchtbare auseinandersetzung mit mama heute mittag, jetzt die für mich den horror bedeutende szene in meiner zimmertür, die nächste oder übernächste woche, wo stella ihre sachen packen und ausziehen wird.
ich lerne sie gerade erst kennen
ich dachte eigentlich, ich bin zumindest nicht schuld an allem, was passiert - und plötzlich wird mir vorgeworfen, dass ich mich in die probleme meiner eltern einmischen würde. dass ich mich da raushalten soll. dass es mich nichts angeht. dass ich nicht zu wissen brauche, ja nicht wissen darf, was vor sich geht und wie sich die situation in zukunft entwickeln wird.
ich entwickle ängste. angst davor, nach hause zu kommen - nicht so sehr, weil ich nicht weiß, ob ich vielleicht mitten in einen streit platze, sondern, weil ich es nicht aushalte, als jemand zu hause zu sein, auf den plötzlich wut herrscht. der unerwünscht ist. den man vielleicht am liebsten gleich aus dem weg hätte. die verabscheut wird. ich entwickle überlegungen über die frage, wo ich mich nach der schule aufhalten kann, um nicht nach hause zu müssen. in der stadt, einem café, im seminarraum in der schule. ich sehe mich bereits jetzt jeden tag mehr schulsachen mit zur schule nehmen als ich sie für die stunden auf dem stundenplan wirklich brauche. nachmittag für nachmittag meinen hauptarbeitsplatz in der schule haben, meine aufgaben abarbeiten, um die zeit zu hause die musik aufdrehen kann.
mich schützen. ich möchte die zür abschließen um mich vor solchen übergriffen wie vorhin zu schützen. davor, dass meine mutter ohne jedes zeichen einer ankunft zu geben, meine tür aufschlägt und mir irgendeine wahnwitzige frage an den kopf wirft.
ich brauche ein projekt. weitere nachhilfeschüler, ein musical, klausurenphase. freunde, mit denen ich viel zeit verbringen kann.
ich kann hier nicht telefonieren, die wände haben ohren. immer wird mich jemand hören, und ich bekomme es nicht mit, dass jemand vor die tür gekommen ist. ich sehe mich bereits völlig aufgelöst vor einer fremden tür stehen, tränenüberströmt nd wortlos, und stumm um "asyl" bitten. darum, dass ich ein paar stunden in irgendeinem zu hause bleiben kann, das nicht mein eigenes ist.
ich sollte mich nicht psychologisch untersuchen lassen. eine diagnose möchte ich besser nicht wissen.

und dann entwickelt sich trotz. der wunsch, meinen eltern verzweifelt zu zeigen, wie schlecht es mir geht und wie wenig mir hätte zugemutet werden dürfen, was passiert ist.
nicht nach hause kommen. abhauen. sich nicht melden, nicht ans telefon gehen. schreie nach aufmerksamkeit.

"das war kein problem, mama, ich hab gerne die küche für dich aufgeräumt. ich gehe genauso gerne morgen einkaufen und ich wasche die wäsche und kümmere mich um andere sachen, die mama früher immer gemacht hat und die sie eigentlich noch immer machen sollte und will.
mein Gott, Stella, ich bin dir unendlich dankbar für gerade eben. Du hast zaghaft an die Tür geklopft, leise gesagt "Ich bins", ich habe die tür aufgemacht und du hast mich umarmt, lange und unglaublich tröstend und - du hast deine abwesenheit in zukunft gleichzeitig erträglicher und schwerer gemacht. ich liebe dich. "Frau Kohn hat gesagt, du sollst auf jeden Fall irgendwo ins Ausland."
ich? die sich in der ^^ schon nicht dazu entschließen konnte, soll irgendwann in die USA fliegen? nicht wissend, ob ich in irgendeiner "ausbeuterfamilie" (thank you Dad.) lande oder ein tolles jahr vor mir hab? was würde ich gerne dorthin, wo die leute englisch sprechen. mich mit ihnen unterhalten, ihr englisch hören, mein eigenes englisch verbessern, die amerikanische kultur erleben.

 

zeit für Untitled.

4.2.09 22:38, kommentieren